fbpx

Leggings und Dauerlächeln

Hast du nicht auch sofort ein typisches Bild im Kopf, wenn du an eine(n) Yogalehrer(in) denkst? Dauer-Leggings tragende Wesen, die sich verrückt verrenken können und immer sanft, wohlwollend und gut gelaunt sind!?

Naja – nicht immer

Ich selbst hatte eine bestimmte Vorstellung in meinem Kopf von Yoga und den Personen, die das unterrichten. Bis ich selbst eine wurde und merkte, Moment mal, wenn bei mir nicht alles zutrifft, dann auch bei anderen nicht.

Vorurteil 1: Immer gesund unterwegs

Yogalehrer rauchen nicht, trinken nicht und achten stets auf eine gesunde Ernährung. Ääääh naja – sicher für viele zutreffend, aber genauso wie jeder Mensch, haben auch wir Yogalehrerinnen unsere Laster oder Phasen im Leben, in denen wir mal mehr, mal weniger auf unsere Gesundheit achten. Für den einen ist es der Zucker morgens im Kaffee, der andere trinkt bei der Familienfeier mal ein paar Gläschen zu viel und der nächste kann bei Pizza nicht nein sagen. Und ganz ehrlich – manchmal mag man eben auch nicht nein sagen!

Es gibt natürlich Yogalehrer(innen), die vegan leben, sich stets super gesund ernähren und ein tolles Beispiel für einen äußerst gesundheitsbewussten Lebensstil sind aber glaubt mir – auch Yogalehrer(innen) sind nur Menschen, die alles andere als perfekt sind und ihren Gelüsten hin und wieder erliegen! Dafür wird das dann ja wieder mit einer extra Runde Yoga ausgeglichen .

Vorurteil 2: Alles Esoteriker(innen)

Wir weisen Wissenschaft von uns und verlassen uns andauernd nur auf unser Bauchgefühl! Hmmm nein das stimmt nicht. Wir glauben aber daran, dass Yoga als uraltes, indisches System ein sehr gut durchdachtes Konstrukt ist, welches wirkt und die körperliche und seelische Gesundheit eines Menschen stärkt. Die Wissenschaft hat längst z.B. die Wirkung von Meditation auf unser Gehirn nachgewiesen oder die Wirkung unserer Atmung auf unser Nervensystem. Also doch alles gar nicht so esoterisch sondern ganz schön handfest.

Vorurteil 3: Wir haben immer Lust auf Yoga

Auch da muss ich leider sagen – nein, manchmal auch echt überhaupt gar nicht! Ich liebe Yoga über alles aber auch ich muss mich manchmal auf meine Matte zwingen. Warum ich es trotzdem tue? Weil ich zu 100 % weiß, dass ich mich danach gut fühlen werde. Aber manchmal ist es im Bett eben einfach kuschelig und die Serie auf YouTube ist gerade sehr spannend!

Vorurteil 4: Immer gut gelaunt und optimistisch

Schön wärs! Ein strahlender Dauersonnenschein, der immer in seiner Mitte ist, nie schlecht gelaunt ist und sich immer fair gegenüber seinen Mitmenschen verhält. Oh das wäre 1a und sehr erstrebenswert! Aber die Wahrheit ist – auch wir haben gute und schlechte Tage. Tage, an denen unsere Laune auch mal mies ist und uns vielleicht ein blödes Wort gegenüber einem geliebten Menschen heraus rutscht. Das ist einfach menschlich und macht uns aus. Wichtig ist nur, dass wir Gründe für unsere Stimmung bewusst wahrnehmen und immer wieder hinterfragen, warum wir uns wie verhalten.

Vorurteil 5: Leggings, Leggings, Leggings

Yogalehrerinnen tragen immer Leggings! Ok, jetzt habt ihr mich – zumindest auf mich trifft dieses Vorurteil zu. Aber warum auch nicht – Leggings sind so super bequem, machen alles mit, engen nicht ein und wenn es doch mal kalt ist, kann man einfach 2 übereinander anziehen. Na gut, das trifft jetzt auf mich zu – andere Yogalehrerinnen werden euch vielleicht erzählen, dass sie nur für die Yoga Praxis Leggings anziehen. Übrigens ganz ehrlich – in meinem Sortiment befinden sich fast ausschließlich No-Name Leggings, die qualitativ top sind – und manch teure Leggings weil ein bestimmter Name drauf steht, hat absolut versagt weil sie z.B. den blickdicht-Test im herabschauenden Hund nicht bestanden!

Vorurteil 6: immer gelenkig

Wir können aus dem Stand in einen Spagat hüpfen – immer und überall. Wäre toll – und klar gibt es Yogis, die das können. Ich definitiv nicht. Auch wir brauchen unsere Aufwärmzeit und müssen die Muskeln, Sehnen und Gelenke erstmal dehnen. Wir brauchen auch nicht eine super abgefahrene Yogastunde bei einem anderen Yogalehrer, sondern es tut auch eine simple aber gute Yogastunde ohne krasse Verrenkungen, um uns glücklich zu machen.

Fazit

An manchen Vorurteilen ist sicher was dran, an manchen weniger. Allgemein ist jede(r) Yogalehrer(in) genauso individuell, wie wir Menschen es eben sind. Genauso wie Yoga nicht gleich Yoga ist sondern es unglaublich viele unterschiedliche Yogastile gibt. Wir sind alles andere als perfekt und das ist auch gut so!